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Freiräume aus dem Wesen des Ortes

Die Arbeiten von r+b landschaft s architektur gehören seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den konstanten Positionen der deutschen Landschaftsarchitektur.

Das im Jahr 2000 von Sonja Rossa-Banthien und Jens Rossa gegründete Büro entwickelt Freiräume, deren Qualität weniger aus einer gestalterischen Geste als aus einer präzisen Interpretation des Ortes entsteht. Geschichte, Topografie, Nutzung und Atmosphäre bilden dabei keine Randbedingungen, sondern den Ausgangspunkt einer Entwurfshaltung, die den Charakter eines Ortes freilegt, weiterentwickelt und in eine zeitgemäße Form übersetzt.

Diese konsequente Haltung spiegelt sich sowohl im Werk als auch in der fachlichen Anerkennung wider. Mehr als 140 Wettbewerbserfolge und zahlreiche Auszeichnungen dokumentieren eine außergewöhnliche Kontinuität im Planen. Zugleich gehört das Büro seit Jahren zu den erfolgreichsten Teilnehmern deutscher Landschaftsarchitekturwettbewerbe. Die Bandbreite der realisierten Projekte reicht von Stadtplätzen und Parks über Bildungslandschaften und Wohnquartiere bis hin zu komplexen Stadträumen, Forschungsstandorten und landschaftsbezogenen Infrastrukturprojekten. Aktuelle Arbeiten wie die Freianlagen des Lehr- und Laborgebäudes der HTW Dresden, der DonauTower in Ingolstadt oder die Johanna-Moosdorf-Schule in Leipzig verdeutlichen die Fähigkeit des Büros, unterschiedlichste funktionale Anforderungen mit einer klaren räumlichen Identität zu verbinden.

Kennzeichnend für r+b ist die Suche nach dem Wesentlichen. Es entstehen robuste, präzise komponierte Freiräume, deren Qualität aus Proportion, Materialität, Vegetation und der sorgfältigen Inszenierung von Bewegung, Aufenthalt und Aneignung erwächst. Die Entwürfe wirken selbstverständlich, dasie aus den Bedingungen des Ortes entwickelt sind, oft die Formsparche der Architektur aufgreifen und in Dialog treten.Bestehende Strukturen werden aufgenommen, transformiert und zu einer neuen räumlichen Ordnung weitergedacht. So entstehen Orte mit einer ruhigen Selbstverständlichkeit, die ihre Identität nicht aus spektakulären Gesten, sondern aus Dauerhaftigkeit, Präzision und Angemessenheit beziehen.

DerFreiraum ist verbindendes Element zwischen Architektur, Stadt und Landschaft im Spannungsfeld zwischen urbaner Dichte und landschaftlicher Weite. r+b landschaft s architektur entwickelt Räume, die Orientierung geben, Begegnung ermöglichen und ökologische wie soziale Anforderungen gleichermaßen berücksichtigen. Klimaanpassung, Regenwassermanagement, Biodiversität und langlebige Materialkonzepte werden dabei nicht als additive technische Bausteine verstanden, sondern als integraler Bestandteil des Entwurfs.

Der Planungsprozess ist geprägt von einem offenen Dialog mit Bauherrschaften, Fachplanenden und Nutzerinnen und Nutzern. Wettbewerbe bilden seit der Gründung ein wichtiges Experimentierfeld für neue Ideen und konzeptionelle Ansätze. Gleichzeitig verfolgt das Büro den Anspruch, die Qualität des Entwurfs konsequent über alle Leistungsphasen hinweg zu sichern – von der ersten Skizze über die Ausführungsplanung bis zur Realisierung. Sorgfalt im Detail, konstruktive Klarheit sowie ein ausgeprägtes Bewusstsein für Wirtschaftlichkeit und langfristige Pflege gehören dabei ebenso selbstverständlich zur Entwurfskultur wie gestalterischer Anspruch.

Dass diese Haltung nicht allein aus der Praxis erwächst, sondern ebenso aus Forschung und Lehre, zeigt die langjährige wissenschaftliche Tätigkeit beider Büroinhaber an der Technischen Universität Dresden. Als Preisrichter, Gastkritiker und Vortragende engagieren sie sich kontinuierlich im fachlichen Diskurs und tragen zur Weiterentwicklung der Landschaftsarchitektur bei. Die 2013 gezeigte Werkschau Hart unter Grün brachte diese Haltung programmatisch auf den Punkt: Landschaftsarchitektur entsteht hier aus der intensiven Auseinandersetzung mit Stadtboden, Materialität, Raum und Atmosphäre – und aus der Überzeugung, dass die überzeugendsten Freiräume jene sind, die den Ort nicht überformen, sondern seine Eigenart sichtbar machen und nachhaltig stärken.

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